Call for Papers: Sicherheitsprobleme in der Frühen Neuzeit

Dienstag, 23. Februar 2016

Bewerbungsschluss: 15. April 2016

Tagung am Deutschen Historischen Institut Paris, 28–30.9.2016, in Zusammenarbeit mit dem SFB/TRR 138 »Dynamiken der Sicherheit«  und dem LabEx EHNE.

»Sicherheit« – sécurité – ist eine der zentralen Kategorien politisch-sozialer Ordnungsvorstellungen und staatlichen Handelns, der freilich im Verlauf der Geschichte ebenso wandelbar wie umstritten gewesen ist. Die Formulierung und Handhabung von gesellschaftlichen Problemen als »sicherheitsrelevant« ist dabei keineswegs ein Kennzeichen aktueller Entwicklungen, sondern lässt sich schon in der Frühen Neuzeit in vielerlei Kontexten beobachten und analysieren. Gesellschaftliche Diskurse und Praktiken, die auf die Herstellung von Sicherheit zielen, lassen sich dabei zum einen als Sonden für gesellschaftliche Bedrohungslagen und das Bemühen um politische Problemlösungen nutzen – und zum anderen verweisen die oftmals ambivalenten Ergebnisse solcher Lösungsversuche  auf fortbestehende Unsicherheiten oder schaffen sogar neue Sicherheitsprobleme. Die Frühe Neuzeit zeichnet sich in der Geschichte der Sicherheitspolitik dadurch aus, dass nunmehr der Staat selbst zum Garanten von Sicherheit wird – und der sich ausbildende Staat zugleich ein Faktor steter Unsicherheit wird.

Die Tagung möchte die Ambivalenzen frühneuzeitlicher Sicherheitspolitik in den Feldern, in denen Sicherheitsprobleme besonders deutlich zu Tage traten, genauer in den Blick nehmen. In einer ersten Sektion sollen »Räume der Unsicherheit« und das Bemühen um eine Sicherung sozialer Räume im Kontext der Konfessionskonflikte analysiert werden. In einer zweiten Sektion soll das »Beschweigen« (silencing) als spezifisch frühneuzeitliche Praktik, um Konfliktpotential zu neutralisieren, untersucht werden. Eine dritte Sektion wird sich schließlich der ambivalenten Rolle des Rechts als Sicherheitsressource widmen, das sowohl innen- wie außenpolitisch selbst wiederum neue Konflikte generieren konnte.

Interessierte Forscherinnen und Forscher, die zu einer der drei Sektionen einen Beitrag leisten möchten, werden gebeten, sich bis zum 15. April 2016 mit einem Abstract im Umfang von 1500-2000 Zeichen (einschließlich Leerzeichen) sowie einem kurzen Lebenslauf zu bewerben. Bewerbungen von Nachwuchsforscherinnen und- forschern sind willkommen.

Die Bewerbungen sind zu richten an: rbabel@dhi-paris.fr.

Im Fall einer Einladung zur Tagung können die Reise- und Übernachtungskosten von den Veranstaltern übernommen werden.