Call for Papers: Spiele und Wettkämpfe in mittelalterlichen Gesellschaften

Mittwoch, 21. Juni 2017

Bewerbungsschluss: 15. September 2017

Tagung 14.–17. Februar 2018, Deutsches Historisches Institut Paris

Deadline: 15. September 2017

Einzelne Spiele und besondere Kontexte haben in der neueren Forschung eine enorme Beachtung gefunden. Für die vormodernen Gesellschaften hingegen bleibt eine kulturhistorische Untersuchung für den alldurchdringenden Charakter des Ludischen und seiner gesamtgesellschaftlichen Relevanz ein Desiderat.

Ziel der Tagung ist es, dieser elementaren Bedeutung von ludischen Freizeitelementen, dem agonalen Charakter und sowohl sportlichen wie auch gesellschaftlichen Wettkämpfen in mittelalterlichen Gesellschaften nachzugehen. Spiele und Wettkämpfe waren zugleich der Rahmen für Machtspiele, Kommunikation sowie Kontakt zwischen Ständen und Geschlechtern. Zudem boten sie die Bühne zur Repräsentationen und Theatralisierung von sozialer Ordnung und kultureller Praxis. Je nach sozialen und gesellschaftlichen Konjunkturen sollen so performative Ausdrucksweisen mit Blick auf Soziabilität neu bewertet werden können. Denn für die vormodernen Gesellschaften stand im Ludischen mehr auf dem Spiel: Spiele und Wettkämpfe nahmen für jede soziale und geschlechtliche Kategorie eine wichtige Rolle für die Vermittlung und Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung ein.

Die Tagung will den internationalen Austausch über die gesamte Dauer des Mittelalters (5. bis 15. Jahrhundert) öffnen und setzt der Thematik auch bewusst keine geographischen Grenzen. Mögliche Themen für Vorträge können sein:

  • Wettkampf zwischen Ernst und Spiel
  • Lehr- und Lernspiele zwischen Pädagogik und Didaktik
  • Stadt und Hof zwischen (Macht-)spielen
  • Theater, Freizeit und Divertissement
  • Spiele in Religion und geistlichen Kontexten
  • Spiele und Wettkämpfe im interkulturellen Austausch
  • Gefährliche Spiele und Wettkampf
  • Denkspiele, Konversationsspiele und Rätsel
  • (Spiel-)Regeln, Normen und Praktiken
  • Integration, Exklusion und Soziabilität
  • Performanz von Wettkampf und Spiel
  • Satire, Komik und Subversion
  • Genderhistorische Perspektiven auf Spiele und Wettkämpfe

Der Call for Papers richtet sich vorwiegend an Historikerinnen und Historiker, aber auch an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiterer historisch arbeitender Disziplinen in der Promotionsphase, der Postdoc-Phase und darüber hinaus. Die Arbeitssprachen der Tagung sind Französisch, Deutsch und ggf. Englisch, d.h. Vorträge in jeder dieser drei Sprachen sind willkommen; Kenntnisse der jeweils anderen Sprachen (insb. französisch und deutsch) sind von Vorteil.

Die Bewerbung sollte neben einer Kurzbeschreibung des geplanten 30minütigen Vortrages (max. 250 Wörter) ein Anschreiben (inklusive Angaben zu den eigenen Sprachkenntnissen) und einen akademischen Lebenslauf enthalten.

Es wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwartet, dass sie zwei Monate vor Beginn der Tagung eine Zusammenfassung ihres Vortrags (ca. 500 Wörter) in englischer Sprache einreichen. Die Abstracts werden auf dem Blog der Forschungsgruppe ludite.hypotheses.org veröffentlicht.

Die Reisekosten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erstattet, eine Unterkunft wird bei Bedarf zur Verfügung gestellt.

Für Rückfragen stehen Vanina Kopp (vkopp(at)dhi-paris.fr), Constanze Buyken (cbuyken(at)dhi-paris.fr) und Guillaume Bureaux (gbureaux(at)dhi-paris.fr) zur Verfügung. Bitte senden Sie Ihre Unterlagen bis zum 15. September 2017 unter dem Betreff »CFP Jeux et compétitions« per Mail in einer einzigen Datei (pdf) an eine der oben genannten Adressen.