Internationaler Forschungspreis geht an Hélène Miard-Delacroix

Freitag, 24. November 2017

Am Abend des 23. November 2017 fand die Verleihung des Internationalen Forschungspreises der Max Weber Stiftung beim Historischen Kolleg in der Bad Godesberger Redoute statt. Mit der französischen Zeithistorikerin Hélène Miard-Delacroix wurde eine der international renommiertesten Deutschlandkennerinnen ihres Landes ausgezeichnet.

Der erste Laudator war der in Frankreich wie Deutschland bekannte Publizist und Professor emeritus Alfred Grosser. Er bezeichnete Hélène Miard-Delacroix in seiner Rede als seine „geistige Tochter“. In zweierlei Hinsicht ähnelten sich die beiden, so Grosser: „Erstens werden wir beide – nicht zu Unrecht! – zugleich als Germanisten, Zeithistoriker und Politologen betrachtet. Zweitens werden wir nur selten vom Lächeln verlassen, weil wir beide eine freudige Natur haben.“

„Das historische Interesse an Deutschland geht mit einem Engagement für Europa als Wissenschaftlerin wie auch als Bürgerin einher. Gerade in Lehre, Veranstaltungen und Sammelbänden präsentiert sie die französisch-deutschen Beziehungen in ihrem europäischen Kontext, auch wenn sie diese analytisch präzise voneinander trennt und natürlich auch die globalen Beziehungen stets im Auge behält“, so der zweite Laudator, der Direktor des DHI Paris, Thomas Maissen, über die Preisträgerin.

In ihrer Rede bedankte sich schließlich die Preisträgerin für die Auszeichnung, mit der ihre Arbeit und ihr Engagement sowohl für als auch in der Forschung geehrt werden. Ihr Anliegen sei es, so Miard-Delacroix, zur Verständigung von zwei unterschiedlichen Gesellschaften und Forschungslandschaften beizutragen.

Miard-Delacroix lehrt deutsche Geschichte und Kultur an der Pariser Sorbonne. Sie forscht intensiv zur deutschen Geschichte und hat sich um die Vermittlung zwischen der deutschen und der französischen Wissenschaftskultur verdient gemacht. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande sowie des Ordre des Palmes Académiques.

Der Internationale Forschungspreis der Max Weber Stiftung beim Historischen Kolleg würdigt herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in vorbildlicher Weise um international ausgerichtete geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung verdient gemacht haben, für ihr bisheriges Gesamtschaffen. Er wird seit 2014 verliehen. Die erste Preisträgerin war die amerikanische Historikerin Isabel V. Hull. 2015 wurde der französische Kunsthistoriker und Philosoph Georges Didi-Huberman ausgezeichnet. Hélène Miard-Delacroix ist die dritte Preisträgerin. Vom 14. bis 16. März 2018 wird sie – gemeinsam mit Andreas Wirsching – ein internationales Forschungskolloquium im Historischen Kolleg in München zum Thema „Internationale Beziehungen und ‚emotional regimes‘. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges“ durchführen.

An der Preisverleihung nahmen unter anderem auch alle Direktorinnen und Direktoren der Stiftungsinstitute sowie die Mitglieder des Stiftungsrates der Max Weber Stiftung teil, der im November regelmäßig in Bonn zusammentritt.

Weitere Informationen unter:

www.maxweberstiftung.de/foerderung/internationaler-forschungspreis.html

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Hanna Pletziger
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland
Rheinallee 6, 53173 Bonn
Tel.: +49 (0)228 377 86 38
E-Mail: pletziger(at)maxweberstiftung.de
www.maxweberstiftung.de

Martin Schulze Wessel, Hélène Miard-Delacroix und Hans van Ess bei der Übergabe der Preisurkunde. © Jennifer Zumbusch / Max Weber Stiftung