Umkämpfte Erinnerung – Wie mit Geschichte Politik gemacht wird

Tuesday, 20. November 2012

Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion der Veranstaltungsreihe "Geisteswissenschaft im Dialog" am Freitag, 30. November 2012, um 17.00 Uhr in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Seit der Antike dient der Bezug auf die Vergangenheit dazu, die politische Ordnung zu stabilisieren und zu legitimieren. Geschichtspolitik zielt nicht nur auf das Bild von der Vergangenheit, sondern auch auf die Macht über Köpfe, auf Deutungshoheit und auf die Legitimation politischen Handelns. Sie kann zur Verschärfung von Konflikten beitragen, politische Gegner diskreditieren, aber auch das Fundament für eine gemeinsame Kultur der Verständigung schaffen. Die mitunter heftigen Auseinandersetzungen um Denkmäler, Museen und Gedenktage zeigen: Deutungen der Vergangenheit sind immer auch ein Politikum. Dass dabei mit Geschichte Politik und umgekehrt mit Politik Geschichte gemacht wird, wurde nicht zuletzt in der Diskussion um ein deutsches Freiheits- und Einheitsdenkmal deutlich.

Wie wurde und wird Geschichte politisch instrumentalisiert? Wie stellt sich die Wechselwirkung zwischen Politik und Geschichte in Zeiten des Umbruchs dar? Was kennzeichnet den spezifisch politischen Umgang mit Geschichte in der Öffentlichkeit, der seit einiger Zeit als "Geschichtspolitik" bezeichnet wird? Wer schreibt und beeinflusst unser Geschichtsbild und wo liegen die Interessen und Motive der Akteure? Kann es überhaupt eine "allgemeinverbindliche" Geschichtserzählung als Orientierungspunkt geben? Welche Bedeutung hat öffentliches und kollektives Erinnern an Vergangenheit für das Selbstbild einer Gesellschaft und des Einzelnen? Gibt es ein "kollektives Gedächtnis"?

Über diese Fragen diskutieren die Historikerin Prof. Dr. Ute Daniel von der Technischen Universität Braunschweig, der Präsident der Max Weber Stiftung, Prof. Dr. Dr. h. c. Heinz Duchhardt, sowie Prof. Dr. Norbert Frei, Leiter des Jena Center "Geschichte des 20. Jahrhundert" und Prof. Dr. Günther Heydemann, Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung in Dresden. Es moderiert die freie Hörfunkjournalistin Hilde Weeg.

Im Anschluss an die Veranstaltung lädt Geisteswissenschaft im Dialog herzlich zu einem Umtrunk ein. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung bei Herrn Joachim Turré unter turre(at)maxweberstiftung.de wird gebeten.

Die Podiumsdiskussion ist eine gemeinsame Veranstaltung der Reihe Geisteswissenschaft im Dialog und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Mehr Informationen zur Podiumsdiskussion und zu den Referenten finden Sie auf www.geisteswissenschaft-im-dialog.de. Dort stehen Ihnen auch Fotos der Referenten zum Download für Pressezwecke zur Verfügung. Interviews mit den Referenten sind auf Anfrage möglich.

Veranstaltungsort:
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Villa Klinkhardt
Karl-Tauchnitz-Straße 1
04107 Leipzig

Pressemitteilung (pdf)