Santa Maria dell'Anima zählt seit dem späten Mittelalter neben dem Campo Santo Teutonico zu den zentralen Anlaufstellen für Pilger aus dem nordalpinen Raum respektive dem Heiligen Römischen Reich. Sie konnten dort in der Regel für eine Dauer von bis zu drei Nächten beherbergt und verköstigt werden. Die Namen der Rompilger wurden meist in entsprechenden Registern verzeichnet. Ein solches Namensregister lag - bis vor wenigen Jahren - für die Zeit von 1778-1819 vor, wobei die meisten Einträge aus den 1780er Jahren stammen. Unterdessen muss diese Quelle jedoch als verschollen gelten. Dank älterer Schwarz-Weiß-Abbildungen konnte das Pilgerverzeichnis rekonstruiert werden und in eine Online-Datenbank überführt werden. Dies gewährleistet Auswertungsmöglichkeiten der Quelle durch die internationale Wissenschaft und eröffnet durch Verknüpfungen mit der jeweiligen lokalen bzw. regionalen Gegenüberlieferung die Chance für weiterführende Studien zum Pilgerwesen im ausgehenden 18. Jahrhundert, auch unter neueren kulturgeschichtlichen Fragestellungen.