Repertorium Germanicum

Das auf ein Projekt des Direktors des Preußischen Historischen Instituts von 1890 bis 1892 und nachmaligen Friedensnobelpreisträgers Ludwig Quidde zurückgehende Repertorium Germanicum (RG) sammelt sämtliche deutschen Betreffe aus allen vatikanischen Registerserien und Kameralbeständen vom Großen Schisma bis zur Reformation (1378-1517), wobei die Bearbeitung inzwischen bis 1484 gediehen ist. Es dient nicht nur der deutschen Kirchen-, Orts- und Territorialgeschichte, sondern stellt auch eine Quelle ersten Ranges u. a. für die Sozial-, Wirtschafts- und Bildungsgeschichte dar. Die lateinischen Regesten sind - soweit möglich - unter dem Namen des Petenten (Bittstellers), sei dieser nun ein Geistlicher, eine Ordensfrau, ein Laie oder eine Institution (Kloster, Stadtrat etc.) gewesen, angeordnet. Sie folgen einem eigens entwickelten Abkürzungssystem, für die die Datenbank erstmals bandübergreifende Übersetzungshilfen anbietet.


Repertorium Poenitentiariae Germanicum

Die Öffnung des Archivs der Pönitentiarie, der obersten Bußbehörde, in den 1980er Jahren ermöglichte 1992 die Schaffung der neuen Reihe Repertorium Pönitentiariae Germanicum (RPG) unter Leitung von Prof. Ludwig Schmugge. Die Pönitentiarie hatte Dispens- und Absolutionsbefugnis. Das RPG verzeichnet im Volltext die an die Pönitentiarie gerichteten Suppliken, die Personen, Kirchen und Orte des Deutschen Reiches betreffen. Die Supplikenregister der Pönitentiarie reichen von 1410 bis zur Auflösung des mittelalterlichen Amtes durch Pius V. im Jahre 1559 und bilden etwa 150 Registerbände. Im Gegensatz zum Repertorium Germanicum ist im RPG die handschriftliche Abfolge der Einträge in den Supplikenregistern beibehalten. Über die Inhalte, die das RPG mit dem RG teilt, hinaus gewährt das RPG für die Zeit von 1431 bis 1492 profunde Einblicke in die Gewissensnöte der Gläubigen im ausgehenden Mittelalter.