Der erste Teil (1933) der Berichte des Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo aus Deutschland 1930 bis 1939, herausgegeben von Thomas Brechenmacher, ist seit 2009 zugänglich. Es handelt sich um ein Editionsprojekt des DHI in Rom in Kooperation mit der Kommission für Zeitgeschichte Bonn und dem Vatikanischen Geheimarchiv.

Die jetzt zum ersten Mal vollständig publizierten und mit einem in deutscher Sprache abgefaßten wissenschaftlichen Kommentar versehenen Berichte des Nuntius Cesare Orsenigo aus dem Jahr der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ bilden eines der wichtigsten Quellencorpora zur Frage des Verhältnisses von römisch-katholischer Kirche, Papsttum und Nationalsozialismus. Bis zur Freigabe der vatikanischen Akten aus dem Pontifikat Papst Pius‘ XI. (1922-1939) im Jahr 2003 waren die Berichte Orsenigos nur in wenigen vereinzelten Ausschnitten bekannt gewesen. Die Edition der Berichte Cesare Orsenigos wird den Kenntnisstand über das Verhältnis von katholischer Kirche und NS-Regime in vielen Details bereichern.

Die Edition zum Jahr 1933 enthält rund 200 Dokumente, neben den Berichten des Nuntius auch zahlreiche Anweisungen von Kardinalstaatssekretär Pacelli an den Nuntius in Berlin. In den kommenden Jahren soll die Edition sukzessive um die Berichte aus den Jahren 1930-1932 sowie 1934-1939 erweitert werden.