Die so genannte Bandō-Sammlung, welche sich seit 1998 im Besitz der DIJ-Bibliothek befindet, umfasst Originalmaterialien aus dem Kriegsgefangenenlager Bandō und einigen anderen Lagern in Japan, in denen von 1914 bis 1920 ca. 5000 Deutsche nach dem Fall von Tsingtau interniert waren. Die Sammlung wurde mit Schenkungen aus dem Besitz von Rudolf Ewert in 2004 und 2005 erweitert, hierunter eine umfangreiche Fotosammlung mit Bildern aus den japanischen Kriegsgefangenenlagern und aus China. Im Rahmen der Initiative »Deutschland in Japan 2005/2006« wurde die Bandō-Sammlung zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und auf der Homepage des DIJ präsentiert.

Die Ausstellung bietet dem Besucher einen virtuellen Rundgang durch das Lager Bandō mit den Wohnbaracken, Restaurants und der Budenstadt Tapatau. Der Themenrundgang »Theater« spiegelt die Aufführungen der Lagerbühne wider. Die sehr positiven Kontakte zur japanischen Bevölkerung werden illustriert auf den Seiten zum »Austausch zwischen Deutschen und Japanern« sowie anhand der 1918 von den Gefangenen organisierten »Ausstellung für Bildkunst und Handfertigkeit«. Ein Überblicksartikel zum Lager Bandō und Informationen zur wirtschaftlichen Situation der Gefangenen runden die Ausstellung ab.

Neben dem Ausstellungsteil besteht die Möglichkeit, über die Katalog-Datenbank in den gesamten Dokumenten der Bandō-Sammlung zu blättern, gezielt mit Schlagworten zu recherchieren oder über Freitextsuche die kompletten Einträge durchsuchen zu lassen. Ein großer Teil der Einträge sind mit Digitalaufnahmen der Materialien verknüpft. Datenbank und Ausstellung sind zweisprachig angelegt, Deutsch und Japanisch. Alle Digitalaufnahmen sowohl im Katalog als auch im Ausstellungsteil sind mit einer Lupenfunktion versehen, die es erlaubt, die Materialien in hoher Auflösung zu betrachten. Durch Anklicken der Bildunterschriften in der Ausstellung ist es außerdem möglich direkt zum Katalog zu wechseln.

Die Eröffnung der virtuellen Ausstellung fand am 26.10.2005 im OAGHaus statt gemeinsam mit der Eröffnung der von der OAG veranstalteten Ausstellung »Alle Menschen werden Brüder… – Deutsche Kriegsgefangene in Japan 1914–1920«. Die Ausstellung wurde erarbeitet von Ursula Flache und Claus Harmer.