Massenverfolgungen im Großen Terror

Montag, 06. Dezember 2010

Tagung, Gustav Heinemann Haus, Bonn

Am 6. Dezember 2010 haben die Stiftung DGIA und das DHI Moskau gemeinsam mit der Fritz Thyssen Stiftung zu der Tagung "Massenverfolgungen im Großen Terror" nach Bonn eingeladen, um die Ergebnisse des DHI-Großprojektes "Stalinismus in der Sowjetischen Provinz" der Öffentlichkeit vorzustellen. Präsentiert wurden die Forschungen zu den so genannten "Massenoperationen" in der Sowjetunion der Jahre 1937/38, in deren Rahmen 1,6 Millionen Menschen von außergerichtlichen Organen verurteilt worden sind, davon sehr viele zum Tode.

Initiatoren des von der Thyssen Stiftung und der DFG finanzierten Projektes waren der mittlerweile pensionierte Gründungsdirektor des Moskauer Instituts, Prof. Dr. Bernd Bonwetsch und seine Mitarbeiter PD Dr. Marc Junge und Rolf Binner sowie ein Team von insgesamt 60 russischen und ukrainischen Historikern und Archivaren.

Zur Diskussion eingeladen waren Prof. Dr. David Shearer von der Delaware University, Dr. Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte, Prof. Dr. Michael Ellmann von der Universität Amsterdam, Dr. Wladislaw Hedeler, Berlin, und Dr. Franziska Augstein von der Süddeutschen Zeitung. Im Mittelpunkt der Debattenbeiträge stand die Frage nach den Ursachen bzw. den Intentionen der Massenverfolgungen. Uneinig war man sich hier vor allem über die Frage, ob endogene Faktoren (Bonwetsch, Junge, Binner) oder außenpolitische Einflüsse wie der spanische Bürgerkrieg oder die Mobilmachung in Deutschland und Japan (Shearer, Zarusky) entscheidende Gründe für die Säuberungen gewesen seien.

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