Geheimdienst-Kulturen

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts "Geheimdienst-Kulturen" unter der Leitung von Prof. Dr. Sönke Neitzel, Prof. Dr. Philipp Gassert und Prof. Dr. Andreas Gestrich (DHI London) steht die Entwicklung der militärischen Nachrichtendienste in Deutschland, Großbritannien und den USA ausgehend von den Anfängen einer modernen Nachrichtendienststruktur Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Höhe- und Endpunkt einer ersten Entwicklungsphase moderner Nachrichtendienste.

Episode 1: Snowden ist überall, schon lange

Lawrence von Arabien, Mata Hari, James Bond - reale oder erfundene Spione beflügeln die Phantasie, wenn von Geheimdiensten die Rede ist. Um kaum ein Metier ranken sich mehr Mythen, Legenden und Geschichten. Zuletzt brachte der Fall des US-amerikanischen Agenten Edward Snowden das Thema wieder auf die Tagesordnung. In der Debatte um den sogenannte NSA-Abhörskandal wurde deutlich, dass die Aufgabe von Geheimdiensten sowie deren moralische Bewertung selbst in miteinander verbündeten Ländern voneinander abweicht. Gibt es demnach unterschiedliche Geheimdienst-Kulturen? Die Historiker Prof. Dr. Sönke NeitzelProf. Dr. Philipp Gassert und Prof. Dr. Andreas Gestrich gehen gemeinsam mit einem Team dieser Frage nach und erläutern in der ersten Episode die historischen Ursprünge moderner Geheimdienste.

Episode 2: "Agenten" im Auftrag der Wissenschaft

Gibt es nationale Geheimdienst-Kulturen? Wie unterscheiden sich die Nachrichtendienste in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und in Deutschland voneinander? Das ist die Ausgangsfrage des Forscherteams rund um die Historiker Prof. Dr. Sönke Neitzel, Prof. Dr. Philipp Gassert und Prof. Dr. Andreas Gestrich. In der vorliegenden Episode stellen sich die Projektmitarbeiter vor, die als Doktoranden jeweils die Geheimdienste eines der drei Länder unter die Lupe nehmen.

Episode 3: Der Spion, ein Verräter?

Die Doktoranden Bernhard Sassmann, Michael Rupp und Frederik Müllers beschäftigen sich vor allem mit der Frage, welches Ansehen die Geheimdienste Großbritanniens, Deutschlands und den Vereinigten Staaten von Amerika in der Bevölkerung hatten. Galten Spione als Verräter oder waren sie Helden der Nation? Die Briten scheinen das beste Verhältnis zu ihren Agenten zu haben. Aber warum? Und wie sieht es in Deutschland und den USA aus?

Episode 4: Der Spion, ein Held?

Spionageromane der 20er und 30er Jahre spiegeln den Zeitgeist und das Verhältnis zum Geheimdienst des jeweiligen Erscheinungslandes wieder. An der Universität Mainz untersuchen daher drei Doktoranden die Spionagehelden der deutschen, US-amerikanischen und britischen Belletristik. Wie sahen die Charaktere aus und wie waren diese moralisch und politisch motiviert? Im internationalen Vergleich ergeben sich interessante und erstaunliche Ergebnisse.

Episode 5: Spionage, der Schlüssel zum Sieg?

Welche Quellen kommen zur Erforschung der unterschiedlichen Geheimdienst-Kulturen in Frage? Was sagen fiktionale Narrative über Sinn und Zweck sowie den gesellschaftlichen Stellenwert von Spionage aus? Die drei Doktoranden gehen diesen Fragen in Großbritannien, Deutschland und den USA weiter nach.

Episode 6: Die Herren der Spione

Der Bendlerblock in Berlin war zur Zeit des Nationalsozialismus nicht nur Sitz des Allgemeinen Heeresamtes, sondern auch zentraler Koordinationsort für Spionage und Spionageabwehr. Die militärische Elite stand dem Geheimdienst jedoch skeptisch gegenüber, der an den Kämpfen entlang der Fronten nicht direkt beteiligt war. Insofern stellt sich auch heute noch die Frage, ob die Erkenntnisse der Nachrichtendienste Einfluss auf die Schlachten des Zweiten Weltkriegs hatten. Die Historiker und Projektleiter Prof. Dr. Sönke Neitzel von der London School of Economics and Political Science, Prof. Dr. Philipp Gassert von der Universität Mannheim und Prof. Dr. Andreas Gestrich vom Deutschen Historischen Institut London haben Antworten.

Episode 7: Der Agenten-Skandal

Edward Snowden löste den bisher größten Geheimdienstskandal der US-Geschichte aus. Doch auch schon zuvor gab es zentrale Figuren in der Geschichte der Geheimdienste. So wie zum Beispiel William Joseph Donovan, der Leiter des Office of Strategic Services und ein vehementer Befürworter für Auslandsspionage nach dem Zweiten Weltkrieg war. In Deutschland spielte Wilhelm Canaris eine besondere Rolle, der während der Zeit des Nationalsozialismus die Leitung des militärischen Geheimdienstes der Wehrmacht innehatte. Sein historisches Wirken ist bis heute umstritten.

Episode 8: Der Geheimagent und der Generalstab

Im Zweiten Weltkrieg konnte der britische Geheimdienst seine Wirksamkeit steigern. So wurden beispielsweise hochrangige deutsche Generäle, die im Latimer House in Buckinghamshire inhaftiert waren, ohne ihr Wissen abgehört. Dagegen hatte der deutsche Geheimdienst das Problem, dass Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen nicht gebündelt werden konnten. Für die Forscher des Projekts "Geheimdienst-Kulturen" stellt sich auch die Frage, ob eine systematischere Sammlung von Informationen Kentnisse über die von langer Hand geplante alliierte Landung im Juni 1944 geliefert hätte.

Episode 9: Das Generalinterview

Im Generalinterview geht Prof. Dr. Sönke Neitzel von der London School of Economics and Political Science den Schlüsselfragen des Projekts über Geheimdienst-Kulturen nach. In den vorangegangenen Episoden dieser Videoreihe wurden bereits die Geheimdienst-Kulturen Deutschlands, Großbritanniens und der USA vorgestellt. Doch worin unterscheiden sich diese konkret voneinander? Welches der drei Länder profitierte am meisten von seinen Geheimdiensten? Und welche Forschungen stehen noch aus? Fragen an den Historiker und Projektleiter Prof. Dr. Sönke Neitzel.