Europeana Collections 1914-1918

Bearbeitung: Mareike König

Der 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs wird nicht nur durch zahlreiche wissenschaftliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen begleitet, sondern ist für viele Archive, Bibliotheken und Gedächtniseinrichtungen eine Gelegenheit, ihre Bestände online zur Verfügung zu stellen. Die beiden bekanntesten Projekte, die aufgrund ihres ähnlichen Namens vielfach verwechselt werden dürften, werden von der Europeana geleitet: “Europeana collections 1914-1918” und “Europeana 1914-1918“.

Worin unterscheiden sich die beiden Projekte?
Europeana collections 1914-1918” ist ein europäisches Digitalisierungsprojekt, das bis 2014 rund 400.000 herausragende Quellen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs online frei ins Web stellt. Im Mittelpunkt steht hier die Digitalisierung von Zeitungen, Büchern, Marsch- und Operationstagebüchern, Propagandamaterialen, Postern, Karten, Musiknoten, Fotos etc. aus zehn verschiedenen Ländern. Das Portal stellt diese Materialien in erster Linie mit Blick auf die historische Forschung online. Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert, Bibliotheken und Einrichtungen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, England, Österreich, Dänemark und Serbien beteiligen sich daran.

Zu dieser Sammlung gehört auch das Webangebot “European Film Gateway EFG1914″: 650 Stunden Filmmaterialien rund um den Ersten Weltkrieg werden dort innerhalb der nächsten beiden Jahre zur Verfügung gestellt.

Europeana 1914-1918“ wiederum ist ein Digitalisierungsprojekt, das private Erinnerungsstücke rund um den Ersten Weltkrieg aus ganz Europa sammelt und gebündelt ins Netz stellt. Auf der Website heisst es:

Besitzen Sie Fotos, Briefe, Postkarten, Souveniers oder andere Gegenstände aus dem Ersten Weltkrieg? Haben Sie eine Geschichte oder Anekdote über jemanden zu erzählen, der involviert oder betroffen war? Bitte teilen Sie diese mit uns in der online Geschichtensammlung, so dass die Welt von ihnen erfährt.

Während im ersten Fall also Quellen aus den europäischen Gedächtnisinstitutionen digitalisiert werden, werden bei Europeana 1914-1918 Quellen und Materialien aus Privatbesitz gesammelt und online gestellt. Die persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen der Zeitgenossen und ihrer Familien stehen damit im Mittelpunkt.

Die Besonderheit beider Projekt ist die virtuelle Zusammenstellung einer Vielzahl von Quellen aus verschiedenen europäischen Ländern und deren frei zugängliche Bereitstellung für die historische Forschung wie für die interessierte Öffentlichkeit.