Ausschreibung: Sommeruniversität Umweltgeschichte in Frankreich und Deutschland (DHI Paris)

Bewerbungsschluss: 06. Januar 2020

Umweltgeschichte in Frankreich und Deutschland: aktuelle Probleme und Zukunftsperspektiven

Sommeruniversität in Paris, organisiert vom Deutschen Historischen Institut Paris und der École des Hautes Études en Sciences Sociales (CHR-GRHEN)

Datum: 16.–19. Juni 2020
Ort: Deutsches Historisches Institut Paris, 8, rue du Parc royal, 75003 Paris
Bewerbungsschluss: 6. Januar 2020
Wissenschaftliches Komitee: Jean-Baptiste Fressoz (EHESS), Frédéric Graber (EHESS), Rainer Babel (DHIP), Dorit Brixius (DHIP)

Seit ihren Anfängen in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich die Umweltgeschichte rasch als eine eigenständige Disziplin historischen Forschens etabliert. Am Schnittpunkt einer Vielfalt von geschichtswissenschaftlichen Zugängen gelegen (Wissenschafts- und Technikgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Sozial- und Kulturgeschichte etc.) nimmt sie die von diesen gestellten Fragen in einer neuen und eigenständigen Perspektive auf.
Dabei fokussiert die Umweltgeschichte weniger auf einen abgrenzbaren Gegenstandsbereich – die „Umwelt“ -, sondern bemüht sich um die Eröffnung neuer Sichtweisen auf Natur und Naturverständnis sowie auf die materiell-stofflichen Grundlagen von Gesellschaften, auf die Interaktionen zwischen Gesellschaft und physikalischen sowie biologischen Phänomenen und, in allgemeinerer Hinsicht, auf die lange Vorgeschichte heutiger Umweltfragen.
Die Konzepte und Methoden der Umweltgeschichte sind somit Gegenstand einer lebhaften internationalen Debatte, in der Stimmen aus Frankreich und Deutschland eine wichtige Rolle spielen. Die vom Deutschen Historischen Institut Paris und der École des Hautes Études en Sciences Sociales ausgerichtete Sommeruniversität wird insgesamt 14 Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und fortgeschrittenen Masterstudierenden aus beiden Ländern die Gelegenheit geben, ihre aktuellen Projekte vor einem Kreis ausgewiesener Expertinnen und Experten vorzustellen. Erklärtes Ziel der Veranstaltung ist es, vor dem Hintergrund der internationalen Diskussion die unterschiedlichen Zugänge zur Umweltgeschichte kennenzulernen, sie miteinander in Vergleich zu setzen und die transnationale Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf diesem Feld zu fördern.
Die Sommeruniversität ist bewusst epochenübergreifend angelegt. Interessenten können sich mit Projekten zu allen thematischen Bereichen der Umweltgeschichte vom späteren Mittelalter über die Frühe Neuzeit bis hin zur jüngsten Zeitgeschichte bewerben.
Allerdings soll die Diskussion durch bestimmte Leitfragen strukturiert werden wie z.B. solche nach den Wissensbeständen, Diskursen und Praktiken, die die Mensch-Umweltbeziehungen strukturierten, nach der Entwicklung historischer Weisen von Umweltregulierung (Verschmutzung, Ressourcennutzung, Rolle von Gemeinbesitz und Privateigentum etc.), nach dem juristischen und verwaltungsförmigen Rahmen von „Entwicklung“ und insbesondere auch nach der Geschichte aktueller Konzepte wie „Nachhaltigkeit“, „Klima“, „Umwelt“ etc.. Auch Probleme umweltbezogener Konflikte und Ungleichgewichte, die Rolle von Kriegen und von Krisen (seien es „natürliche“, wirtschaftliche oder auch geopolitische) bei der Rekonfiguration von Mensch-Umweltbeziehungen, die Darstellung materieller Grundlagen von sozialen Systemen in der Geschichtsschreibung oder der Zusammenhang zwischen Konsumweisen und der Transformation von Umwelt können und sollen in diesem Zusammenhang thematisiert werden.
Vorbehaltlich der Förderzusage durch die Deutsch-Französische Hochschule erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fahrtkostenersatz sowie einen Zuschuss zu den Unterkunftskosten. Die Arbeitssprachen der Sommeruniversität sind Französisch und Deutsch, jedoch sind auch Vorträge auf Englisch möglich. Die aktive Beherrschung einer Fremdsprache und das passive Verständnis der zweiten Fremdsprache werden vorausgesetzt. Eine Anbindung an eine deutsche oder französische Hochschule ist erwünscht, aber nicht notwendige Voraussetzung für eine Teilnahme.
Die Bewerbungsunterlagen – ein Vortragsabstract im Umfang von etwa 4000 Zeichen incl. Leerzeichen sowie ein tabellarischer Lebenslauf mit Angaben zum akademischen Werdegang (und ggf. Publikationsliste), ferner Angaben zu Sprachkenntnissen - sind in einer der Konferenzsprachen bis spätestens zum 6. Januar 2020 per Email an folgende Adresse zu senden:sommeruniversitaet2020(at)dhi-paris.fr.
Die im Anschluss ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommeruniversität müssen den Organisatoren bis spätestens 15. Mai 2020 einen Arbeitstext im Umfang von 20.000 bis 50.000 Zeichen zu ihrer Präsentation zusenden.