Heinrich Alberts Arien und die europäische Liedkultur des 17. Jahrhunderts

24.02.-26.02.2020, Tagung, DHI Rom

Veranstaltungsort: Deutsches Historisches Institut in Rom

Heinrich Alberts Arien oder Melodeyen, die 1638 bis 1650 in acht Teilen erschienen, gelten als die bedeutendste deutsche Liedersammlung des 17. Jahrhunderts. Der Dichterkomponist veröffentlichte hier 190 Lieder, deren Texte überwiegend von Autoren der Musikalischen Kürbishütte stammen, dem Königsberger Dichterkreis um Simon Dach.
Texte, Melodien wie auch die vielfältigen musikalischen Formen, die in Alberts Arien zu finden sind, basieren auf italienischen, französischen und niederländischen Vorlagen. Doch wie gelangt beispielsweise eine italienische Aria oder ein höfisches Air de Cour in den geselligen Kreis der Musikalischen Kürbishütte und welche Transformation erfahren dabei die Vorlagen? Diese europäische Dimension der Arien zu rekonstruieren – das heißt Vorlagen zu ermitteln sowie Wege, Akteure und Medien des Kulturtransfers und Übersetzungsprozesse zu beschreiben –, ist Ziel des internationalen und interdisziplinären Arbeitsgesprächs.

Arbeitsgespräch im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 2130 "Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit" (Teilprojekt: Liedkultur des 17. Jahrhunderts als Übersetzungskultur).

Kontakt:
Astrid Dröse
astrid.droese(at)uni-tuebingen.de

Sabine Ehrmann-Herfort
ehrmann-herfort(at)dhi-roma.it

Sara Springfeld
sara.springfeld(at)uni-tuebingen.de

 

Programm

Montag, 24. Februar 2020, 14.00 – 19.00

14.00
Musikalische Eröffnung – aus Heinrich Alberts Arien
Charlotte Beckmann (Gesang), Matthew Gardner (Cembalo)

Martin Baumeister - Direktor des DHI Rom
Sabine Ehrmann-Herfort - stellv. Leiterin der Musikgeschichtlichen Abteilung des DHI Rom Astrid Dröse - Tübingen
Sara Springfeld - Tübingen
Begrüßung

14.30
Astrid Dröse - Tübingen
Einführung – Heinrich Alberts Arien und die europäische Liedkultur des 17. Jahrhunderts

Musikalisches Intermezzo

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I - Europäische Perspektiven
Moderation: Sara Springfeld - Tübingen

15.00
Sabine Ehrmann-Herfort - Roma
Das Lied – kulturelle Wechselwirkungen zwischen Italien und Deutschland in der Frühen Neuzeit

15.45
Pause

16.00
Jörg Wesche - Duisburg-Essen
Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit

16.45
Dinko Fabris - Matera
"A voce sola": dalla villanella sul liuto all'aria monodica con chitarra, modelli italiani da esportazione

17.30
Pause

Musikalisches Intermezzo

18.00
Inga Mai Groote - Zürich
Zwischen Süd und Nord, zwischen Manuskript und Druck – Wege und Medien musikalischer Übersetzung

Dienstag, 25. Februar 2020, 9.00 – 18.00

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II - Italienische und französische Bezüge
Moderation: Matthew Gardner - Tübingen

9.00
Sara Springfeld - Tübingen
"In genere recitativo"? – Heinrich Alberts Arien nach italienischen Vorbildern

9.45
Charlotte Beckmann - Tübingen
Caccinis Amarilli-Arie und ihre deutschen Adaptionen (Nauwach, Rist, Selle, Albert)

10.30
Pause

10.45
Jörg Robert - Tübingen
Robert Roberthins Lieder und ihre französischen Bezüge

Moderation: Markus Engelhardt - Roma

11.30
Astrid Dröse - Tübingen
Vom Hof in die Kürbishütte – Air de Cour-Adaptionen in Alberts Arien

12.15
Mittagsimbiss im DHI

13.15
Michael Belotti - Freiburg
Französische Melodien im deutschen Liedgesang um 1640

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III - Kontexte und Traditionen
Moderation: Bernhard Pattis - Tübingen

14.00
Dirk Werle - Heidelberg
Heinrich Albert und die literarische Geselligkeit

14.45
Pause

15.00
Sylvia Brockstieger - Heidelberg
Paratext und Liedtext – zu den lateinischen Motti der Arien

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IV - Konzepte und Transformationen

15.45
Mauro Masiero - Venezia
Le radici seicentesche del Lied: la produzione monodica accompagnata di Heinrich Albert

16.30
Marco Agnetta - Hildesheim
Theoretisch-systematische Perspektiven auf die Translation des barocken Liedes

Mittwoch, 26. Februar 2020, 9.00 – 12.00

Moderation: Lia Kentischer - Tübingen

9.30
Frédérique Renno - Freiburg
Mehrstimmigkeit – Einstimmigkeit. Sammlungsinterne Transformationen in Alberts Arien

10.15
Andrea Hofmann - Berlin
Das geistliche Repertoire der Arien – "Übersetzungen" des Genfer Psalters und der lutherischen Tradition

11.00
Abschlussdiskussion, Fazit

 

Kontakt bei Schwierigkeiten mit der Anmeldung: +39 06 6604921.
Besucher des DHI Rom werden gebeten, ihren Lichtbildausweis vorzuzeigen. Koffer bzw. Taschen größer als cm 40x35x15 sind nicht zulässig, keine abschließbare Garderobe vorhanden.

Alle Informationen sowie die Weiterleitung zur Anmeldung finden Sie hier.