Maciej Gorny: Vaterlandszeichner. Geografen und Grenzen des Zwischenkriegseuropas

28.01.2019, Vortrag, Vilnius

Ihre höchste Popularität erlebte die von US-Präsident Wilson formulierte Idee des Selbstbestimmungsrechts der Nationen in den ersten Wochen der Friedensverhandlungen in Paris im Jahre 1919. Die Idee, es gäbe nationale Territorien, die mit den staatlichen Grenzen in Einklang gebracht werden müssten, inspirierte viele Delegationen zur ethnischen Argumentation. Sie beriefen sich auf Zensusdaten, die man zur besseren Anschaulichkeit in Form von ethnographischen Karten darstellte. Schon während der Friedenskonferenz begannen die Geographen die dominierende ethnische Perspektive um andere grenzbildende Merkmale zu ergänzen. Langsam aber sicher gingen sie in Richtung einer Geographie, die sich mit den demokratischen Prinzipien von Woodrow Wilson nicht mehr verbinden ließ: Ausgehend von einer Geographie für die Nationalitäten, über Konzepte einer „natürlichen“, „biologischen“ Grenze bis hin zur Unterwerfung ganzer ethnischen Gruppen unter eine demographische und geographische Utopie eines ethnisch möglichst homogenen Staates.

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