„Modernisierung durch Migration?” ̶ Internationale Konferenz zu deutsch-türkischen Austauschprozessen

23.-24.10.2014, Konferenz, Istanbul

Im Rahmen des deutsch-türkischen Wissenschaftsjahres organisieren das Orient-Institut Istanbul, das Forum Internationale Wissenschaft (FIW) an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Bahçeşehir Universität, unterstützt durch die DFG, eine internationale Konferenz zum Thema „Modernisierung durch Migration?”.

Seit der Anwerbung türkischer „Gastarbeiter“ in den 1960er Jahren wird die Türkei in Europa primär als Auswanderungsland wahrgenommen. In der Diskussion über das deutsch-türkische Migrationsgeschehen wird jedoch vernachlässigt, dass deutsch-türkische Wanderungsbewegungen weit früher begannen und dass Migrationsbewegungen nicht nur von der Türkei nach Deutschland stattfanden und stattfinden, sondern auch in umgekehrter Richtung.

So leben in der gegenwärtigen Türkei laut offizieller Schätzungen rund vier Millionen türkische StaatsbürgerInnen, die nach einer bestimmten Zeit in Deutschland in ihr Herkunftsland zurückgekehrt sind. Mitgezählt werden dabei  auch sogenannte RemigrantInnen mit türkischem Hintergrund, die aber in Deutschland geboren wurden, jedoch über die türkische Staatsbürgerschaft verfügen, nicht jedoch solche türkischer Herkunft aber deutscher Staatsangehörigkeit. Insgesamt beträgt die Zahl der deutschen StaatsbürgerInnen in der Türkei 90.– 120.000, unter denen sich jedoch auch zahlreiche Deutsche ohne türkischen Hintergrund finden. Diese Zahl ist im Vergleich zu den fast 3 Millionen Personen mit türkischen Migrationshintergrund in Deutschland verschwindend klein ist. Dennoch ist diese Gruppe im türkischen Kontext von hoher Bedeutung: Sie ist zahlenstärker als so manche offiziell anerkannte Minderheitengruppe und auch die größte Gruppe unter allen EU-BürgerInnen im Land.

Die deutsch-türkischen Migrationsbewegungen lösten in beiden Ländern einen gravierende Wandel aus: In Deutschland stellt insbesondere die Einwanderung aus der Türkei einen Meilenstein in der Entwicklung zu einem de-facto Einwanderungsland dar und in der Türkei hatten die Ab- und Zuwanderungsbewegungen gravierende Folgen für Wirtschaft, Politik und Kultur. Neben den großen Potentialen, die sich durch Zu- und Abwanderung  für beide Länder ergeben, wurden sie allerdings auch mit unerwarteten Problemen konfrontiert.

Im Rahmen der Konferenz werden die durch Migrationsbewegungen ausgelösten Veränderungsprozesse und Modernisierungseffekte von hochrangigen Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft sowie Vertretern unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen in drei Themenbereichen diskutiert:
 (1)    Deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen
 (2)    Kulturaustausch
 (3)    Religionen im Dialog.

Die Konferenz findet vom 23. – 24. Oktober 2014 in den Räumlichkeiten der Bahçeşehir Universität am Beşiktaş Kampüsü in Istanbul statt. Konferenzsprachen sind Deutsch und Türkisch mit Simultanübersetzung. Die Teilnahme ist kostenlos.
(Dr. Barbara Pusch)

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