Transatlantischer Datenfeministischer Debatierclub. Datenethik: Deutschland und die USA im Verlgeich?

Debatte, 13.09.2021. online

Transatlantischer Datenfeministischer Debatierclub. Datenethik: Deutschland und die USA im Verlgeich?

Sep 13, 2021  | 9:00-10:30am (ET) | 3:00-4:30pm (CET)

Virtual Event of the German Historical Institute Washington | Organizers: Jana Keck (GHI Washington), Emily Kuehbach (GHI Washington), Janna Müller (GHI Washington)

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Meeting ID: 993 0029 3738, Passcode: 935153

Thomas Metzinger, Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Mainz, war von 2018 bis 2020 Mitglied der European Commission’s High-Level Expert Group on Artificial Intelligence als Vertreter der European University Association. In einem Interview in Forschung und Lehre betont er seine Enttäuschung darüber, dass seine Vorschläge in dem Gesetzentwurf von der EU komplett ignoriert wurden. Metzinger forderte unter anderem, dass jede europäische Universität eine Professur für angewandte Ethik in der Künstlichen Intelligenz bekommen sollte, “die Veranstaltungen für Studenten aller Fächer anbietet. Diese interdisziplinären Professuren sollten Forschungsergebnisse zusammenführen, öffentliche Debatten anstoßen, als Fenster von der akademischen in die öffentliche Welt.”

Laut der von Patrick Sahle, Universitätsprofessor für Digital Humanities, erstellten Datensammlung, gibt es mittlerweile 101 “Professuren für Digital Humanities” im deutschsprachigen Raum. Wie wird angewandte Ethik in die interdisziplinäre Forschungslandschaft der Digitalen Geisteswissenschaften integriert? Was verstehen wir unter Datenethik? Und wie unterscheidet sich dieses Konzept in Bezug auf Definitionen, wissenschaftlichen Praktiken, oder rechtlichen Regulierungen in Deutschland und den USA? 

Das Deutsche Historische Institut Washington lädt ein zum 1. Transatlantischen Datenfeministischen Debatierclub “Datenethik: Deutschland und die USA im Vergleich.” Wir werden gemeinsam brainstormen, quizzen und uns die sieben Prinzipien des Datenfeminismus genauer anschauen. Datenfeminismus ist ein von Catherine D’Ignazio, Assistant Professor of Urban Science and Planning im Department of Urban Studies and Planning an der MIT, und Lauren F. Klein, Associate Professor in den Departments of English and Quantitative Theory and Methods an der Emory University, eingeführtes Konzept in ihrem 2020 erschienenen Werk Data Feminism. Die Autor:innen verdeutlichen darin “a new way of thinking about data science and data ethics that is informed by the ideas of intersectional feminism.” Data Feminism bietet eine prägnante Reihe intersektionaler feministischer Prinzipien, um die politische Ästhetik der Datenwissenschaften zu beleuchten. Daten können dabei helfen, den intersektionalen Feminismus als vielfältige Projekte zu kommunizieren, die Unterdrückungskräfte benennen, herausfordern und verändern und sich nicht nur mit Frauen und Gender, sondern vor allem mit Machtfragen beschäftigen. Der Club ist offen für alle, die mehr zu Datenethik und Datenfeminismus im transatlantischen Kontext erfahren möchten und wie wir diese Prinzipien in der wissenschaftlichen Praxis umsetzen können.