18:00 bis 20:00 Uhr
Julia Burkhardt (LMU München)
Im Laufe der Jahrhunderte wurden (und werden) Frauen von Männern aufgrund ihres Geschlechts, geschlechtsspezifischer sozialer Rollen oder gesellschaftlicher Erwartungen getötet. Jede Tötung erzählt eine Geschichte: Von Überlegenheits- und Kontrollansprüchen der Täter, Gesellschaftsordnungen, Sanktionspraktiken oder gesellschaftlichen Reflexionen. Die systematische Analyse solcher Fälle erlaubt neue Ein blicke in soziale Hierarchien und Geschlechterverhältnisse einer Zeit. Anhand ausgewählter Beispiele aus dem mittelalterlichen Heiligen Römischen Reich diskutiert der Vortrag Perspektiven für eine historische Femizidforschung.