Kinolektionen: Rapsodia satanica (1917)

03.02.2016, Filmvorführung und Diskussion, DHI Rom

Rapsodia satanica (1917) | Stummfilm von Nino Oxilia / Mit Musik von Pietro Mascagni

Einführung: Richard Erkens (DHI Rom)

Beginn: 18.00 Uhr

Vielfältig sind die Berührungspunkte von Opern- und Filmgeschichte schon während der frühen Kommerzialisierungsphase des Stummfilms. Zu diesen zählt auch das Interesse etablierter Komponisten, innovativ mit dem neuen Medium umzugehen. Für "Rapsodia satanica", eine feminine Transformation der Faust-Figur, die 1917 in Rom Premiere feierte, komponierte Pietro Mascagni erstmalig eine Partitur, die Musik und Filmprojektion zu einem "Poema sinfonico cinematografico" zu verschmelzen suchte. Ebenso wie sich die Musik einer zunehmend obsoleten Dekadenzästhetik bediente, stellte auch Regisseur Nino Oxilia die Hauptdarstellerin Lyda Borelli in zitierende Szenerien einer erotisch aufgeladenen schwarzen Romantik: Der während der langen Jahrhundertwende ausgereifte Typus der Femme fatale feiert in "Rapsodia satanica" seine mediale Transformation.

Einladung