Regionalität als historische Kategorie – Prozesse, Diskurse, Identitäten im Mitteleuropa des 16.-19. Jahrhunderts

07.-09.11.2016, Konferenz, DHI Warschau

Am Deutschen Historischen Institut Warschau hat sich ein Forschungsbereich „Regionalität und Regionsbildung“ formiert, der in diachroner und interdisziplinärer Perspektive Regionalismusdiskurse und Regionalisierungsprozesse in Ostmitteleuropa bearbeitet.

Regionen und Aspekte von Regionalisierung haben seit den 1990er Jahren in der Forschung an Aufmerksamkeit gewonnen, gerade in Bezug auf ihre Wirksamkeit für die Bildung von kollektiven und gedächtnisstiftenden Identitäten. Bis vor kurzem stand vor allem der – häufig reduzierende – Zusammenhang mit der Nationsbildung im Vordergrund. Nun stehen vermehrt globale und transnationale Bezugskategorien für Regionen zur Debatte. Unstrittig ist, dass die Region Teil eines Ganzen und somit einer (oder mehreren) anderen, übergeordneten Größe(n) räumlich und funktional untergeordnet ist. Welche das jeweils sein können und welche Prozesse von Assimilierung und Ausdifferenzierung, Integration und Exklusion damit einhergehen, welchem historischen und funktionalen Wandel die Regionen und Identitäten dabei unterliegen, soll im Rahmen der Veranstaltung „Regionalität als Kategorie“ diskutiert werden. Unser Ziel ist das Konzept Regionalität in der Forschung zu operationalisieren.


Räumlichen und zeitlichen Schwerpunkt für die Inhalte der Tagungsbeiträge sollen die historischen deutschen, habsburgischen und polnischen Regionen im Zeitraum von der Reformation bis um 1900 darstellen. In diesem Zeitrahmen bildeten sich besonders konfessionelle, ethnische, nationale (und dazu gegenläufige), homogene wie heterogene Regionen und regional zu definierende Gruppen aus und um. Der transregionalen Analyse „gedachter“ und „realer“ Regionen gilt unser Interesse.

 

Programm

Tagungsbericht