Vortragszyklus "Klangbild Reformation"

26. Oktober 2017, Vortrag, DHI Rom

Vortrag von Thomas Schmidt (Manchester): Fallita, sdegnata, malintesa? Sull'inopportunità della Sinfonia 'Riforma' di Felix Mendelssohn Bartholdy

Mendelssohns Sinfonie Nr. 5, die sogenannte "Reformationssinfonie" op. 107, MWV N 15 (1832) steht seit jeher im Schatten ihrer berühmteren Schwestern, der "Italienischen" (1833) und der "Schottischen" (1842). War Mendelssohn bei seinem ersten Versuch im Genre der Großen Symphonie gescheitert oder hatten sich widrige Umstände gegen ihn und den Erfolg seines Werkes verschworen? Im dritten Vortragsabend des diesjährigen Zyklus Musicologia oggi zur musikalischen Luther-Memoria wird ihr Herausgeber im Rahmen der Mendelssohn Gesamtausgabe mit Blick auf die Umstände der Entstehung der "Reformationssinfonie" gar von einem 'unangemessenen' Werk sprechen.

Thomas Schmidt (*1968) ist Professor für Musik an der Universität Manchester. Nach seiner Promotion mit einer Arbeit zur Ästhetik Felix Mendelssohn Bartholdys an der Universität Heidelberg war er von 1995 bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Cappella Sistina" der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. 1998 bis 1999 in Urbana Stipendiat der Humboldt Stiftung schloss er 2001 seine Habilitationsschrift über Textdeklamation in Motetten des 15. Jahrhunderts ab und war anschließend Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er hat an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt a.M. gelehrt, bevor er auf den Lehrstuhl für Musik an der Universität Bangor in Galles, 2012 auf den der Universität Manchester berufen wurde. Schmidthat zur Musik des 15. und 16. Jahrhunderts geforscht und publiziert, hier besonders zu ihren Quellen unter dem Aspekt des Wort-Ton-Verhältnisses und des mise-en-page, aber auch zur deutsch-österreichischen Musik des späten18. und frühen 19.Jahrhundertsmit Mozart und Mendelssohnim Zentrum. Er ist Mitarbeiter der Leipziger Mendelssohn Ausgabeund hat vor kurzem ein vom Arts and Humanities Research Councilfinanziertes Forschungsprojekt zu "Production and Reading of Music Sources, 1480-1530" abgeschlossen.