The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.
The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.
The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.
Bei der Ausbildung der europäischen Staaten waren die bürokratische Identitätsfeststellung und die Etablierung von Identitätsnachweisen wesentliche Instrumente der soziopolitischen Kontrolle, der Machtzentralisierung und der Institutionalisierung der Nation. Obwohl die Verwaltung des kolonialen und postkolonialen Afrika derselben Logik unterlag, hat sich doch die Historiographie Afrikas für dieses Forschungsfeld bisher nur wenig interessiert, wenn man von anregenden Ausnahmen wie den Arbeiten Keith Breckenridges über Südafrika absieht. Die Ausweitung der schriftbasierten Gouvernementalität während der Entwicklung der europäischen Imperien seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts legt es indes nahe, die Einrichtung dokumentarisch-materieller Dispositive der Identifizierung im subsaharischen Afrika als zentrale Frage anzugehen. Der Anspruch dieses Forschungsprogrammes ist es, einen – bescheidenen – Teil dieser Geschichte der Beziehungen zwischen Identifizierung, Bürokratisierung, Staatsaufbau und der Formierung bürgerschaftlichen Bewusstseins (citoyenneté) beizutragen. Wie haben die Identifizierungsdispositive – vermittels der Praktiken und Gebräuche, welche die Identifikationsdokumente hervorgebracht haben – sowohl den Zugriff auf die Gesellschaften und Individuen als auch die Entstehung neuer Subjektivitäten ermöglicht? Dieses Projekt geht über eine Geschichte der bürokratischen Überwachung und der »Einschreibung« (encartement) der Untertanen bzw. Bürger durch die Machthaber hinaus und versucht zudem, die Zeiträume und (mehr oder weniger außerordentlichen) Praktiken der Eingliederung afrikanischer Gesellschaften in die Welt der Bürokratie zu erfassen.