The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.
The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.
The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.
Projekt stehen die Sexualpolitik der polnischen Machthaber
und deren Steuerungsdiskurse intimen Verhaltens im
Fokus. Die zeitliche Spanne der Untersuchung umfasst die
Jahre unmittelbar nach dem Ende des Krieges bis in die
1970er Jahre hinein.
Die Erfahrungen von Krieg, Besatzung und Massenmigration
hatten die verschiedenen sexuellen Orientierungen
innerhalb der Bevölkerung beeinflusst, woraus unter
anderem Folgen wie etwa Anstieg von Geschlechtskrankheiten,
Anzahl der unehelichen Kinder und alleinerziehenden
Eltern etc. resultierten. Zudem bestimmte ein
staatliches (gesundheits- bzw. sexualpolitisches) Machtvakuum,
dessen Beseitigung einen langwierigen Prozess
bildete, diese Zeit. Das Projekt untersucht gesellschaftliche
Konflikte und Entwicklungen in Nachkriegspolen, die
die Sexualität und deren Vorstellungen betrafen, und sich
im Spannungsfeld zwischen kommunistischer Säkularisierung
und traditionalistisch-konservativen Moralvorstellungen
katholischer Provenienz manifestierten.
Bisherige Forschungen zeigen, dass sich die Alltagspraktiken
von den Vorstellungen der politischen wie auch der
gesellschaftlichen Akteure deutlich unterschieden und
den gewünschten Effekten der Steuerungsdiskurse entgegenliefen.
Dies deutet auf Freiräume in diesem sensiblen
Lebensbereich hin, die sich etwa in regionalen Unterschieden
in den für die Analyse relevanten empirischen Indikatoren
(Anzahl der ungewollten Schwangerschaften bzw.
Abtreibungen, das Aufkommen von Geschlechtskrankheiten,
etc.) niederschlugen. Betroffen waren hiervon insbesondere
Regionen wie Oberschlesien, die Küstenstädte Gdańsk und Szczecin sowie die Hauptstadtregion, deren
Kennzahlen deutlich höher als der Durchschnitt waren.
In diesem Zusammenhang lassen sich die jeweiligen Indikatoren
als Indizien für den lokal unterschiedlich stark
ausgeprägten Grad der Durchdringung mit Vorstellungen
einer spezifischen „sozialistischen Moral“ im Bereich der
Sexualität interpretieren.