The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.
The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.
The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.
Die Analyse der Rolle individueller Akteure ist besonders für die Geschichte der Juden relevant. In der bisherigen Forschung wurden die polnisch-litauischen Juden fast ausschließlich als eine anonyme gesellschaftliche Gruppe betrachtet. Wie Untersuchungen zur westlichen jüdischen Diaspora zeigen, eröffnet eine Einbeziehung der individuellen Perspektive der Forschung neue Zugänge zu Fragen im Zusammenhang mit der Rolle und den Funktionen, die die jüdische Bevölkerung innerhalb der christlichen Gesellschaft ausübte. Gleichzeitig erlaubt es die Herstellung eines Bezugs zum Klientelsystem der örtlichen Magnaten, die gesellschaftliche Stellung der Juden in der der polnisch-litauischen Adelsrepublik auf innovative Art und Weise zu beschreiben und bei der Darstellung ihres gesellschaftlichen Handeln über starre Standesgrenzen hinauszublicken.
Im Zentrum des Projekts stehen folgende Fragen: Wodurch wurden die Grenzen der von den jüdischen Unternehmern konstituierten Wirtschaftsregion bestimmt (Beziehung zu politischen Grenzen in der Region)? Welche Strategien benutzten diese Unternehmer, um persönliche Netzwerke aufzubauen? Welche ethnische und soziale Zusammensetzung hatten diese Netzwerke? Weist die Struktur dieser Netzwerke besondere regionale Charakteristika auf? Welche Rolle spielten die jüdischen Netzwerke innerhalb des adeligen Klientelsystems?
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Brüder Ickowicz, „Hofjuden“ der Familie Radziwiłł, Pächter der radziwillschen Güter und Kaufleute, die in den 30er bis 50er Jahren des 18. Jahrhunderts im Großfürstentum Litauen tätig waren. Die Brüder – zu jener Zeit die mächtigsten und reichsten Juden im Großfürstentum – waren bereits Gegenstand früherer Untersuchungen, doch wurden bislang weder ihr (regionaler) Aktionsraum noch ihre persönlichen Netzwerke analysiert. Die Quellenbasis der Untersuchung bilden die Korrespondenz und Geschäftspapiere der Brüder Szmojło und Gedal Ickowicz.