The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.
The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.
The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.
Wenngleich sich Prozesse zunehmender Diversifizierung auch in anderen Ländern beobachten lassen, treten ihre Auswirkungen besonders deutlich in Japan zutage, das lange Zeit von konservativen Geschlechter- und Arbeitsidealen geprägt war. Nach wie vor ist das Modell des männlichen Familienernährers hierzulande stark in Gesellschaft, Politik, Unternehmenskultur und medialen Repräsentationen verankert. Jedoch zeigen sich seit einigen Jahren Anzeichen für einen Wandel, der sich nicht zuletzt auf einen steigenden Anteil erwerbstätiger Frauen, irregulärer Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitnehmer mit ausländischen Wurzeln zurückführen lässt.
Angesichts des rapide fortschreitenden demographischen Wandels ist zudem für die nächsten Jahre mit einer weiteren Beschleunigung des Diversifizierungsprozesses rechnen. Der Forschungsschwerpunkt beleuchtet dabei sowohl die Diversifizierungsprozesse selbst, als auch ihre gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen.
Der Begriff Diversität hat sich in den vergangenen Jahren – nicht nur in Japan – zu einem beliebten Schlagwort entwickelt, um verschiedene Prozesse strukturellen Wandels in modernen Gesellschaften zu beschreiben. Er wird dabei in Diskursen zu so unterschiedlichen Themen wie Unternehmensführung, staatlichen Regulierungsmaßnahmen oder zivilgesellschaftlichen Institutionen aufgegriffen. Doch findet er zunehmend auch Eingang in die Wissenschaft, etwa wenn es darum geht, die Bedeutung von Unterschieden in Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Gesundheit oder geistigen und physischen Fähigkeiten zwischen Individuen und sozialen Gruppen zu untersuchen.
Je nach individueller Perspektive der am Diskurs Beteiligten, werden Diversität und Diversifizierung dabei entweder als Chance oder Risiko gedeutet. Auf der einen Seite wird häufig argumentiert, dass – richtig gehandhabt – Diversität gerade im Arbeitskontext signifikant zur Steigerung von Motivation, Performanz und Innovationspotential beitragen kann und dadurch sowohl den Bedürfnissen von Individuen als auch von Organisationen entgegenkommt. Vertreter einer kritischeren Position weisen hingegen darauf hin, dass die mit zunehmender Diversität einhergehende Heterogenität soziale Ungleichheit und Konflikte befördern kann. Einigkeit herrscht lediglich darüber, dass Diversifizierung die Arbeitswelt sowohl in Japan wie auch in anderen Industrienationen bereits nachhaltig verändert hat und weiter verändern wird. Unser Verständnis dieser so fundamentalen Wandlungsprozesse und ihrer Auswirkungen ist jedoch noch immer begrenzt.
Der Schwerpunkt thematisiert insbesondere, wie Diversität und Diversifizierung im Arbeitskontext in öffentlichen und politischen Diskursen in Japan behandelt werden, welche Auswirkungen sie auf institutionelle Rahmenbedingungen und die Organisation von Arbeit haben, und wie individuelle Akteure und Akteurgruppen mit diesen Veränderungen umgehen. Ziel ist die Identifikation von Faktoren, die die Diversifizierungsprozesse beeinflussen, sowie ein besseres Verständnis der Chancen und Risiken, die sich aus diesen Prozessen ergeben. Die multidisziplinäre Perspektive ermöglicht es, mehrere Dimensionen arbeitsbezogener Diversifizierung zu untersuchen und die Ergebnisse verschiedener Forschungsansätze zu einem Gesamtbild zu vereinen.