Project Database

The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.


The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.

The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.

DIJ Tokyo
Diversität, Körper und Gesundheit: Bioethische Diskussionen in Japan
Projektbeginn: 2014
Projektende: 2016
Antragsteller/-in, Sprecher/-in, Projektleitung: Miki Aoyama-Olshina
Thema: Bioethik, Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik, Universalismus-Relativismus-Debatte
Themengebiet: Asienwissenschaften, Japanologie, Ethik, Medizingeschichte, Philosophie, Soziologie
Ort: Asien, Japan
Dieses Projekt beschäftigt sich mit Diversität in zweierlei Hinsicht. Erstens geht es um die Diversität, die sich auf die Gesundheit und den Körper bezieht, und ihre ethischen Probleme in Japan. Zweitens geht es um die Vielfältigkeit der Kulturen in der internationalen bioethischen Diskussion.

Durch die Entwicklung der medizinischen Forschung und der daraus folgenden Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel Genforschung und sogenannte Taylor Made Behandlung, gibt es einerseits in der heutigen Medizin immer mehr Rücksicht auf die Individualität und Diversität des Körpers, andererseits üben die vereinheitlichten Gesundheitschecks und vordefinierte gesundheitsbezogene Kriterien immer größeren Druck auf Menschen aus, sich körperlich bzw. gesundheitlich an bestimmte Normen anzupassen. Dieser Druck wird verstärkt durch den demographischen Wandel, die Unterfinanzierung der Gesundheitssysteme und die technischen Möglichkeiten der Vermessung (Untersuchung/Beobachtung) des körperlichen Zustandes.

Neue gesellschaftliche und technische Möglichkeiten im medizinischen Bereich können einerseits die Chance bieten, dass jeder auf seine Gesundheit besser selbst achten und diese selbstständig kontrollieren kann, andererseits aber können sie Menschen mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen unterdrücken oder ausgrenzen. Diese Chancen und Risiken sind in allen Industriegesellschaften gleich. Es stellt sich aber die Frage, ob es bei den damit zusammenhängenden ethischen Problemen vom kulturellen und gesellschaftlichen Kontext abhängige Unterschiede gibt. Um dieser Frage nachzugehen, beschäftigt sich dieses Projekt mit den ethischen Problemen des Zwangs zur Normalität im Bereich der Gesundheitspolitik und des Gesundheitswesens sowie dessen Einfluss auf den individuellen Körper in Japan. Das Ergebnis dieses Projektes soll gleichzeitig einen Beitrag zur Universalismus-Relativismus-Debatte in der internationalen Bioethik leisten.