Project Database

The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.


The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.

The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.

DIJ Tokyo
Sozio-politische Glücksdiskurse im imperialen Japan: Zur historischen Kontextualisierung des japanischen Glücksbegriffes
Projektbeginn: 2013
Projektende: 06.03.2026
Antragsteller/-in, Sprecher/-in, Projektleitung: Torsten Weber
Thema: Glück, Japan, Historische Perspektive
Themengebiet: Asienwissenschaften, Japanologie, Ethik, Philosophie, Politikgeschichte, Sozialgeschichte, Soziologie
Ort: Asien, Japan
Konzeptionen von Glück sowie deren Verhandlung im öffentlichen Raum sind kein exklusives Phänomen des späten 20. oder gar des 21. Jahrhunderts. Spätestens seit der Mitte der Meiji-Zeit (1868-1912) lassen sich in Japan Glücksdiskurse beobachten, die politische, soziale und religiöse Aspekte kontrovers thematisieren. Zur Einordnung von Signifikanz, Kontinuitäten und Diskontinuitäten des Gegenwartsdiskurses untersucht dieses Projekt als Teil des DIJ-Forschungsschwerpunktes „Glück und Unglück in Japan: Kontinuitäten und Diskontinuitäten“ den japanischen Glücksbegriff aus historischer Perspektive.

Ziele des Projektes sind es, einerseits die stark gegenwartsbezogene Glücksforschung historisch zu kontextualisieren und andererseits den begriffsgeschichtlichen Wissenskanon zu pluralisieren. Dabei steht ein eher abstrakter Glücksbegriff, definiert als erstrebenswerte Lebensbedingungen (desirable living conditions), im Vordergrund, der sich durch Komplementärbegriffe wie individuelle Freiheit oder soziale Gerechtigkeit konkretisiert. Glück kann in diesem Sinn als Proxy verstanden werden, durch den ein allgemein erstrebenswertes und zustimmungsfähiges Ziel postuliert werden kann (Streben nach Glück), das allerdings tatsächlich für sehr spezifische und keineswegs unumstrittene soziale und politische Agenden wie volksdemokratische und sozialistische Forderungen, die Verbreitung des Christentums oder imperiale Propaganda stand. Diese Nutzung des Glücksbegriffes basiert stark auf Vorstellungen eines politisierten Utilitarismus, der das größtmögliche Glück der größtmöglichen Menge als höchstes soziales und politisches Ziel definiert.

Daneben geht das Projekt aus alltagsgeschichtlicher Perspektive der Frage nach, wie Glück als Ausdruck von Lebensqualität (quality-of-life) und Wohlergehen (well-being) historisch subjektiv definiert und erlebt wurde.