Project Database

The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.


The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.

The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.

DHI Rom
Imperiale Imitatio des Papsttums in der Frühen Neuzeit
Antragsteller/-in, Sprecher/-in, Projektleitung: Alexander Koller
Themengebiet: Geschichte allgemein, Kirchen- und Religionsgeschichte, Politikgeschichte
Ort: Italien
Epoche: Frühe Neuzeit
Der geistlich-universelle Anspruch des Papstamtes in der Nachfolge des Apostels Petrus wurde im Laufe seiner Geschichte zeitweise um einen mehr oder weniger stark ausgeprägten weltlich-politischen Universalismus ergänzt, gepaart mit Elementen eines imperialen Selbstverständnisses. In ihrer Außendarstellung haben die Päpste immer wieder auf Elemente antiker und mittelalterlicher Kaisersymbolik zurückgegriffen, v. a. Päpste deren Name bereits eine Kaiserimitatio konnotierte (Alexander, Julius). Gerade die Päpste der Frühneuzeit nutzen dieses Angebot bei der Ausformung einer modernen Herrschaftsrepräsentation nach der neuerlichen Etablierung der römischen Kurie und des Papsthofes in Rom mit Beendigung ihres Aufenthalts in Avignon und der Beilegung des großen Schismas im Rahmen ihrer Doppelfunktion als Oberhäupter der katholischen Christenheit und als frühmoderner Fürsten. Diese Ausrichtung dürfte, so die Arbeitshypothese, v. a. auf der Basis einer auf Konstantin zurückgeführten Herrschaftslegitimation sowie des antiken kaiserlichen Substrats der urbs nicht zuletzt als Gegenreaktion auf die Infragestellung des frühmodernen Papsttums durch die Reformation und die modernen europäischen Staaten erfolgt sein. Demnach diente die politische Symbolik des Papsttums, die sich v. a. in den Riten und im Mäzenatentum manifestierte, offensichtlich als Ersatz für die längst verlorene politische Macht und Deutungshoheit der Institution. Diese Fragestellung soll in einem interdisziplinären und diachronen Zugriff in den Bereichen Politik, Zeremoniell und Kunstpatronage bzw. Urbanistik untersucht werden. Das Projekt knüpft an Forschungen des DHI zum Papstzeremoniell (Elze, Schimmelpfennig) an und will die älteren und rezenteren Studien zur allgemeinen bzw. spezifisch römisch-päpstlichen politischen Symbolik (Percy Ernst Schramm, Kantorowicz, Stollberg-Rilinger, Visceglia) ergänzen.