Project Database

The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.


The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.

The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.

DHI Rom
Elitenwandel in Italien im 20. und 21. Jahrhundert
Antragsteller/-in, Sprecher/-in, Projektleitung: Lutz Klinkhammer
Themengebiet: Sozialgeschichte, Geschichte allgemein
Ort: Italien
Zeit: 20. und 21. Jahrhundert
Epoche: Neuzeit
Seit dem 19. Jahrhundert sind Staat und Politik in Italien geprägt von starken gesellschaftlichen Beharrungskräften. Der Elitenwandel war in der liberal-nationalen Monarchie ein eng begrenztes Phänomen, was sich schon in der hohen Exklusivität des Wahlrechts widerspiegelt. Die adelig-großbürgerliche Elite geriet im Faschismus unter Druck, ohne jedoch vom Regime vollends entmachtet zu werden. Der Sturz Mussolinis, der 1943 von innen heraus und mit Unterstützung der Monarchie erfolgte, unterstreicht die Resilienz der alten Eliten. In der italienischen Republik seit 1946 waren es die beiden großen Volksparteien, die Christdemokraten und die Kommunisten, die bis zum Fall der Mauer den innergesell­schaft­lichen Wandel proklamierten bzw. gestalteten. Wie verwandelte sich die gesellschaftliche Elite, die nach der Abschaffung der Monarchie und der Adelstitel vor allem durch das Besitzbürgertum repräsentiert war, welche Prozesse der gesellschaftlichen Öffnung und Erweiterung der Führungsschichten charakterisierten die Nachkriegsdemokratie? Welche Rolle spielte der "trasformismo", jener Mechanismus, der vielfach als Konstante in der italienischen Politik gilt und der anstelle eines Machtwechsels auf eine Erweiterung des dominierenden politischen Spektrums setzt? Das Forschungsprojekt steht in einer Tradition zeithistorischer Studien, die am Institut durchgeführt wurden und bietet Vernetzungs- und Anschlussmöglichkeiten für externe Projekte. Es zielt – ausgehend von den Audienzen Mussolinis 1922–1945 und dem Führungspersonal in Staat und Politik für die Zeit nach 1945 – auf eine gruppenbiographisch basierende Untersuchung des gesellschaftlichen Wandels in Italien im 20. Jahrhundert ab, die eine Analyse des heutigen Italien über die tagespolitischen Ereignisse hinaus ermöglichen soll.