The MWS project database provides an overview of current and completed projects at the institutes of the MWS and aims to make information on these accessible to everyone. It enables a search by subject area and subject. It is based on the selection of the Dewey Decimal Classification (DDC) adapted by the Bayerische Staatsbibliothek as the German specialised library for the field of history. It is also possible to search by country (states existing today) and major epochs. The database includes dissertation and habilitation projects that were funded, for example, as part of a scholarship, as well as the institute's own and third-party-funded collaborative projects.
The search results are sorted chronologically in descending order, starting with the project with the most recent start date.
The project database aims to provide a comprehensive overview of the thematic breadth and diversity of research at the institutes and research groups of the MWS. Information on current research foci of the institutes can be found on the respective institute websites.
DHI Rom
Die Last von Achsenbündnis und Besatzung. Nationale Erinnerungskulturen und deutsch-italienische Beziehungen 1945 bis heute
Antragsteller/-in, Sprecher/-in, Projektleitung:
Lutz Klinkhammer
Themengebiet:
Politikgeschichte,
Verwaltungs-, Institutionen- und Verfassungsgeschichte,
Geschichte allgemein
Ort:
Italien,
Deutschland
Zeit: 1945 bis heute
Epoche:
Neuzeit
Die Schatten des Zweiten Weltkriegs reichen bis in unsere Gegenwart hinein: Die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Kriegsvergangenheit (Kriegsverbrecherprozesse, Rückerstattungsdiskussionen, Wiedergutmachungsabkommen, Mediendebatten, das Bild der "sauberen Wehrmacht" auf bundesdeutscher Seite, das des "bravo italiano" und des "cattivo tedesco" auf der Apenninenhalbinsel) prägten einen wichtigen Teil der deutsch-italienischen Beziehungen seit 1949. Gelang es den Gründungsmitgliedern der EWG, während des Kalten Kriegs die Erinnerung an die Vergangenheit von Achsenkrieg und Besatzungszeit in einvernehmliche vertragliche Bahnen zu lenken und die Wiederannäherung durch Ausblenden bestimmter Teile der Vergangenheit zu erleichtern, so kam es seit den 1990er Jahren zu einem Wiederaufbrechen alter Wunden: mit einer – im europäischen Rechtsraum ungewöhnlichen – Welle verspäteter Kriegsverbrecherprozesse, mit der Blockierung von Entschädigungszahlungen an italienische Zwangsarbeiter seit 1999, mit einer deutschen Klage gegen Italien vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Verletzung der Staatenimmunität, mit Verstimmungen bis zur Ebene der Staatspräsidenten aufgrund konträrer Bewertungen deutscher und italienischer Gerichte und Staatsanwaltschaften zu Massakern der Wehrmacht in Italien und bis hin zum Wiederaufleben negativer Stereotypen der Deutschen in der Finanzkrise sowie in der Zeit nach dem Rücktritt Berlusconis und der harten Sparpolitik der Nach-Berlusconi-Regierungen. Ausgehend von Archivrecherchen in Deutschland und Italien soll eine Studie entstehen, die die Ergebnisse der Wiedergutmachungspolitik und der Ahndung von Kriegsverbrechen mit der gesellschaftlichen Befindlichkeit in beiden Ländern (v.a. in den Medien, bis hin zum Spielfilm) verbindet.