Divan historique mit Susanne Heim. Die Abschottung der Welt: Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933–1945

05.10.2026 | Vortrag | DHI Paris | online + vor Ort

18:30 Uhr (05.10.) - 20:30 Uhr (05.10.)

Susanne Heim, Die Abschottung der Welt: Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen. 1933–1945, München (C. H. Beck) 2026.

Nach dem Willen der Nationalsozialisten sollten Juden und Jüdinnen in Deutschland keine Zukunft mehr haben. In Deutschland seit 1933 drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen – ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Juden haben. Weil Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen. Susanne Heim hat erstmals systematisch untersucht, welche perfiden Barrieren die freien Länder der Welt gegen die jüdischen Flüchtlinge errichteten, und kann so erklären, warum nur so wenigen Juden die Flucht gelang – bis der NS-Staat die Emigration verbot und den Massenmord organisierte.


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