Press Review

Tokio rückt durch die Olympischen Sommerspiele in diesem Jahr in den internationalen Fokus. Ein eher unbekanntes Viertel in der japanischen Hauptstadt ist Sanya ganz im Norden. Dort leben die ärmsten Menschen Tokios. Der Stadtteil wandelt sich langsam, die früheren Tagelöhner versterben nach und nach. Von Verdrängung könne man jedoch nicht sprechen, sagt Hanno Jentzsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Japanstudien in Tokio.

Das Denken in Dekaden begann erst im 20. Jahrhundert, als sich das Tempo rasant verschärfte und sich die Ereignisse überschlugen. Und es geht bei der Periodisierung von Geschichte längst nicht mehr nur um Politik, hat der Historiker Tobias Becker vom DHI London herausgearbeitet. „Politische Ereignisse“ hätten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als „Zäsuren und Wegmarken“ Konkurrenz bekommen: von popkulturellen Ereignissen, von Moden und Trends.

Interview mit Andreas Beyer, Sprecher des Forschungsverbundes Bilderfahrzeuge, zum Tod von Martin Warnke.

«Guy Marchals Onkel war ein Charakterschwein und ein Nazi dazu!» Diese klaren Worte fand Thomas Maissen kürzlich an der Buchvernissage im Kollegiengebäude der Universität Basel. Der Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris übertrieb nicht: Wer das Buch «Gustloff im Papierkorb» von Guy P. Marchal gelesen hat, kommt nicht umhin, Maissen zuzustimmen. Max Saurenhaus, um den sich bei dieser Geschichte alles dreht, war in der Tat ein windiger Vogel – und Mitglied der NSDAP, und zwar...

Die in der Pogromnacht 1938 von den Nationalsozialisten zerstörte Synagoge von Kaliningrad prägt wieder das Stadtzentrum. Durch ihren gemeinsam geführten Geschichtsverein „Juden in Ostpreußen“ haben Ruth und Michael Leiserowitz die jüdische Gemeinde von Kaliningrad beim Wiederaufbau der zerstörten „Neuen liberalen Synagoge“ unterstützt – von Warschau aus, wo sie am Deutschen Historischen Institut tätig ist und er für das Polin Museum der Geschichte der polnischen Juden arbeitet.

Mehr als fünf Millionen Rotarmisten gerieten im Zweiten Weltkrieg in deutsche, drei Millionen Deutsche in sowjetische Gefangenschaft. Millionen starben. Auf überlebende Sowjetbürger wartete Stalins Paranoia. Von einem „Meilenstein“ spricht der 45-jährige Stratievski, der am Deutschen Historischen Institut (DHI) in Moskau an einem Recherche- und Dokumentationsprojekt zum Thema arbeitet.

Der Schweizer Historiker Thomas Maissen hat den Mauerfall aus Süditalien mitverfolgt. Er spricht über die Folgen des historischen Ereignisses für Europa, die Schweizer Identitätskrise nach der Wende und erklärt, was die SVP mit dem Mauerfall zu tun hat.