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DIJ Tokyo

Barbara Holthus

Damit beschäftige ich mich:

Als Soziologin erforsche ich vor Ort in Japan, wie sich die Gesellschaft verändert und wie sich diese dynamischen Entwicklungen innerhalb Japans auf die Lebenszufriedenheit der Menschen auswirken. Besonders interessiere ich mich für Eltern mit Kindern im Vorschulalter, Teilnehmer sozialer Bewegungen nach der Dreifachkatastrophe von 2011 und freiwillige Helfer bei den Olympischen Spielen von Tokyo 2020. Im Fokus meiner Forschung stehen übergreifende Themen, die auch außerhalb Japans von großer Bedeutung sind: soziale, regionale und Geschlechter-Ungleichheiten, die Bedeutung von Institutionen und Infrastrukturen sowie von sozialen Netzwerken und Freundschaften.

Was reizt mich an meinem Forschungsfeld?

Meine Forschung ist fest im Alltag der Menschen und ihrer sozialen Beziehungen verankert. Diese verändern sich ständig, auch unter dem wachsenden Einfluss medialer Diskurse. Dadurch wandeln sich auch die Wertevorstellungen der Menschen. Aber die Strukturen und Institutionen hinken diesem Wandel oft hinterher oder blockieren diesen sogar. Das sieht man in Japan sehr deutlich, z.B. bei der Integration von Frauen in die Arbeitswelt oder von alternativen Familienmodellen. Das alles macht die Erforschung der japanischen Gesellschaft, auch im Vergleich zu anderen Gesellschaften, sehr spannend.

Was ist die größte Herausforderung meiner Forschung?

Derzeit natürlich die Corona-Pandemie. Feldforschung und qualitative Interviews, vor allem in Regionen außerhalb Tokyos, sind im Moment leider kaum möglich.

Ansonsten ist es eine große, spannende und wichtige Herausforderung für mich, meine Forschungsergebnisse nicht nur mit der wissenschaftlichen Fachwelt und Studierenden zu teilen, sondern auch einem Allgemeinpublikum adäquat zu kommunizieren. Während der Olympischen Spiele habe ich mich wissenschaftskommunikativ sehr engagiert und viel gelernt. Ich sehe es als eine wichtige Aufgabe soziologischer Forschung, auf der Basis wissenschaftlicher Forschungsergebnisse Politikempfehlungen aussprechen zu können und gesellschaftliche Veränderungen voranzutreiben.

Institutionelle Zuordnung und Aufgabe:

Dr. Dr. Barbara Holthus ist stellvertretende Direktorin am Deutschen Institut für Japanstudien Tokyo.

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