
Als Frankreich 1825 Haitis Unabhängigkeit anerkannte, verlangte es eine Entschädigung für ehemalige Kolonialbesitzerinnen. In den Verwaltungsakten spielen rassische Kategorien keine Rolle mehr. Wie lässt sich dieses Schweigen erklären und was sagt es über koloniale Macht im Gewand der Bürokratie aus?
Was haben der Ausbau des Staats- und Justizwesens mit dem stetigen Rückgang zwischenmenschlicher Gewalt zu tun? Zu dieser Frage forscht Povilas Dikavicius in Vilnius an der Außenstelle des DHI Warschau und fokussiert sich dabei auf die Recht- und Strafmaßreform im Litauen der Renaissance.


Irlands „Krieg der Freunde“ und Polens revolutionäre Kämpfe auf dem Weg zur Unabhängigkeit waren geprägt von Helden wie Michael Collins, Eamon de Valera, Józef Piłsudski und Roman Dmowski. Hinter diesen Architekten der Unabhängigkeit wirkten Netzwerke, die mit knappen Ressourcen und drängender Zeit rangen – manchmal mit radikalen Konsequenzen. Was geschah, wenn die Geduld schwand, und die Uhr zu ticken schien? Und wie weit gingen einige, um den Traum von Freiheit wahr werden zu lassen? Das untersucht Michael Zok in seinem aktuellen Forschungsprojekt am DHI Warschau.
Die Vertreibungs- und Kriegserfahrungen der libanesischen (Nach-)Bürgerkriegsgenerationen haben sichtbare Spuren hinterlassen. So ist das Lebensgefühl der Menschen noch immer von Entfremdung und Ungewissheit geprägt. Sarah El-Bulbeisi untersucht, wie sich diese Erfahrungen auf die kollektive Identität und die Beziehungsgefüge der Generationen auswirken.


Das internationale Interesse an Kunst aus der arabischen Welt ist in den letzten zwei Jahrzehnten stark gestiegen, wie die Entwicklung des Kunstmarkts bezeugt. Die Forschung zur Kunstwelt der Region steckt aber noch in den Kinderschuhen. Nadia von Maltzahn leitet ein Forschungsprojekt, das das Zusammenspiel vom Entstehungskontext und der künstlerischen Produktion im Libanon untersucht.
‚Alte Sachen‘ besitzt jeder: Sie liegen herum und geraten oft in Vergessenheit. Manchmal aber kramt man Dinge von früher hervor, weil besondere Erinnerungen daran hängen. So verbinden alte Dinge die Gegenwart mit der Vergangenheit – und wie man darauf blickt, verrät viel über den eigenen Standpunkt.

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